Das Problem ist bekannt: ein Mückenstich hört nicht auf zu jucken, er ist hart, heiß, man kratzt und kratzt und aus dem zuvor
kleinen Einstich wird schnell eine nässende Wunde mit einer großen Schwellung. Dies bietet eine viel größere Angriffsfläche
für klassische Wundkeime (z.B. Streptokokken), wovon es an den Fingern und Händen zu Haufe gibt. Je mehr gekratzt wird, umso
mehr Keime infizieren die Wunde. Als Abwehrreaktion produziert der Körper an dieser Stelle Sekrete, die die Erreger davon
abhalten sollen, gänzlich ins System einzudringen.
Symptome einer Entzündung
Die Folgen bzw. Symptome der Erregereindringung sind ziehende Schmerzen, heiße Rötungen rund um die Wunde, Hautausschlag und
Eiteransammlungen unter der Haut, die sich mit jedem Kratzen auszubreiten scheinen, sowie angeschwollene Lymphknoten.
Alllergische Reaktion
Oft ist es schwierig, zwischen einer Entzündung und allergischen Reaktionen zu unterscheiden. Allergie bedeutet, dass diese
Menschen eine stärkere Histaminreaktion auf Insektenstiche haben. Hierbei kann es durch die Allergie zu einem anaphylaktischen
Schock kommen, welcher sogar zum Tod führen kann. Eine Behandlung mit Antihistaminika ist empfohlen. Eine Näheres zum Thema
allergische Reaktion kann man auf unserer Seite Allergie bei Mückenstichen nachlesen.
Mückenschutz
Wie man sich wirksam gegen Mücken und andere Insekten schützt, findet man in unserer Sektion Mückenstiche vorbeugen
Der beste Weg, um eine Insektenstich Entzündung vorzubeugen, ist den Insektenstich so wenig wie möglich zu kratzen. Wenn die
Einstichstelle aber bereits entzündet ist, kann man sich auch jetzt noch leicht Abhilfe verschaffen. Als oberste Prämisse
gilt auch hier: Kein Kratzen. Zudem muss die Wunde ordentlich gereinigt werden. Dazu wird sie mit Wasser abgespült, eventuelles
Eiter sollte herausgedrückt werden und anschließend wird sie nochmals mit Wasser, Desinfektionsmitteln oder medizinischem
Alkohol desinfiziert.
Behandlung
Es empfiehlt sich daraufhin eine Behandlung mit etwas Zugsalbe wie Betaisodona, Leukichtan oder Ichtolan. Diese oft etwas
streng riechenden Salben ziehen die Keime aus der Wunde und helfen dadurch sehr gut gegen die Beschwerden. Weiters binden
sie die nässenden Sekrete, hinterlassen aber meist schwer zu entfernende Flecken auf allen Textilien die damit in Berührung
kommen. Dagegen hilft ein kleines Pflaster, welches abschließend über die eingesalbte Mückenstich-Wunde geklebt wird. Positiver
Nebeneffekt: Es hält vom Kratzen ab. Alle ein bis zwei Tage das Pflaster gewechselt und die Entzündung neu eingesalbt, schon
verheilt die Entzündung innerhalb weniger Tage.
Zudem kann der entzündete Stich der Mücke mit Kühlbeuteln gekühlt werden, um den Juckreiz zu lindern. Die Einnahme von Schmerzmitteln
wie Ibuprofen, Parkemed, Mexalen und Co. ist nicht empfohlen, da diese eher großflächig auf den Körper wirken und ein Einstich
sehr lokal ist, weshalb die Nebenwirkungen der Schmerzmittel den Nutzen überwiegen. Nähere Informationen zum Thema und die
besten Mittel zur Behandlung gibt es in unserer Sektion Mückenstiche behandeln.
Hausmittel zur Behandlung
Bei entzündeten Stichen können Hausmittel gut Abhilfe schaffen. Diese haben oft entzündungshemmende juckreizlindernde Effekte.
Eine Liste der wirksamsten Hausmittel, zum Beispiel Zwiebel, Zahnpasta, Zitronen und viele weitere, und Ihre Wirkung + Behandlungsmöglichkeiten
finden Sie in unserer Sektion zu Hausmitteln.
Ein entzündeter Stich ist durchaus häufig und ein Arztbesuch nicht zwingend notwendig. Dennoch muss man Vorsicht walten lassen.
Treten Fieber, Krämpfe oder hoher Puls auf, so könnte eine Blutvergiftung vorliegen. Ebenso sollte man bei Stichen aus den
Tropen aufpassen - dort können Mücken Krankheiten übertragen. Bei diesen Symptomen empfiehlt sich auf jeden Fall der Gang
zum Arzt.
Entzündete Stiche beim Kind
Gerade bei Babys, Kindern oder Kleinkindern treten entzündete Mückenstiche sehr oft auf, da sich die Kinder öfter kratzen.
Auch hier gilt: Bei Fieber am besten einen Arzt konsultieren, ansonsten empfehlen sich die üblichen Behandlungsmöglichkeiten.
Wichtig ist, dass sie Ihr Kind darauf hinweisen, den Insektenstich nicht zu kratzen. Die besten Behandlungsmöglichkeiten bei
Kindern finden Sie in unserem Artikel "Mückenstich beim Baby".
Verheilung der Entzündung
Während der Wundheilung kann es hin und wieder etwas jucken wer keine Narben haben möchte sollte nicht kratzen und
die Kruste um die Schwellung besser von alleine abfallen lassen. Ist die Entzündung abgeheilt, aber immer noch Eiter unter
der neu gebildeten Haut, ist dieses besser zu entfernen. Kleinere Ansammlungen können eigenhändig ausgedrückt werden. Darauf
ist zu achten, dass das Eiter so lange entfernt wird, bis nur mehr Blut die Wunde ausspült, gegebenenfalls muss dieses Prozedere
mehrmals wiederholt werden. Ist die Eiterbildung gar nicht in den Griff zu bekommen, suchen Sie besser medizinischen Rat auf.
Ansammlungen und Abszesse
Größere Ansammlungen oder Abszesse sollten in Anbetracht auf die Gesundheit des Menschen unbedingt chirurgisch ausgeräumt
und antibiotisch behandelt werden. Bei großen Entzündungen, die auf natürlichem Wege durch die gestörte Hautstruktur als Narbe
verheilen würden, sorgt dies auch für ein schöneres Verheilen.
Vorsicht bei Symptomen einer Blutvergiftung
In den meisten Fällen handelt es sich bei Entzündungen um harmlose Entzündungen der Typen Impetigo (oberflächliche
Hautentzündung), Phlegmone (Entzündung des Bindegewebes) oder Follikulitis (Haarwurzelentzündung) wie zuvor beschrieben. Es
gibt aber auch Verläufe mit Komplikationen, bei denen die Schwere der Symptome eine speziellere Behandlung oder gar ärztliche
Hilfe erfordern. Schwillen die Insektenstiche an der Einstichstelle stärker an, breiten sich die Entzündung und/oder Rötungen
und Quaddeln über weitere Körperstellen aus oder treten Fieber, erhöhter Puls und Krämpfe als Symptome auf ist unverzüglich
zu reagieren: kontaktieren Sie einen Arzt oder rufen Sie im Akutfall den Krankenwagen. Oft ist eine Therapie mit Antibiotika
notwendig. Als häufigste Ursache solcher Symptome gelten Blutvergiftungen.
Enstehung einer Blutvergiftung
Eine Blutvergiftung (lat. Sepsis) entsteht, wenn Bakterien über die Wunde in den Blutkreislauf gelangen bzw. dort bereits
eingedrungen sind. Erst nachdem vom Arzt oder in der Klinik Blutproben genommen wurden und eine Sepsis festgestellt wurde,
kann ein wirksames Antibiotikum verordnet werden, welches die Bakterien bekämpft und zur Heilung führt. Innerhalb von zwei
Tagen zeigt sich eine deutliche Besserung, das Antibiotikum sollte dennoch eingenommen werden bis die Packung aufgebraucht
ist. Näheres zu Sepsis bzw. Blutvergiftung auf Wikipedia
Hautbild bei Tropenkrankheiten durch Mückenstiche
In Europa eher seltene, in asiatischen, afrikanischen oder südamerikanischen Ländern häufiger auftretende, durch Insektenstiche
verursachte Krankheiten sind zum Beispiel Malaria, das Denguefieber, Gelbfieber oder die Japan Encephalitis. Während bei Malaria
und der Japan Encephalitis kaum äußerliche Erscheinungen auftreten, dafür aber schwere körperliche Symptome zu akuter Lebensgefahr
führen können, kann es bei Gelbfieber und Denguefieber nach einigen Tagen zusätzlich auch zu Hautblutungen kommen. Soweit
sollte man es allerdings in keinem Falle kommen lassen, denn in diesem Stadium sind diese beiden Krankheiten bereits äußerst
lebensbedrohlich.
Ärztlichen Rat einholen
Wenn Sie vorhaben in ein gefährdetes Land zu reisen oder sich bereits in einem befinden informieren Sie sich über die möglichen
Erkrankungen, ihre Symptome und Verläufe und suchen Sie im Zweifelsfalle einen Arzt auf. Diese sind in der Regel gut mit den
Krankheitsbildern dieser Krankheiten vertraut, ein kleiner Bluttest gibt Aufklärung und hilft im Ernstfall die passende Behandlung
für die jeweilige Diagnose zu wählen.
Mückenstiche und Borreliose
Generell gilt: Die Chance auf eine Krankheitsübertragung beim Stich der Mücke ist sehr gering. Hauptüberträger der Borreliose
sind Zecken, in sehr seltenen Fällen können aber auch Mücken diese heimtückische Krankheit übertragen. Sie verläuft
nach der Infektion in drei Stadien:
Stadium 1
Zunächst lässt sich der Borreliose-Mückenstich nicht von einem normalen Stich unterscheiden. Wenige Tage bis Wochen nach der
Infektion beginnt sich die Rötung ausgehend vom Einstich kreisförmig auszubreiten, was als Wanderröte bezeichnet wird. In
diesem Stadium ist die Krankheit noch sehr gut zu behandeln, suchen Sie am besten einen Arzt auf und befolgen Sie die verordnete
Medikamentation.
Stadium 2
Im zweiten Stadium verschwindet die nicht behandelte Rötung allmählich, der Erreger breitet sich aber im Körper aus und befällt
das Nervensystem, was sich in Herzmuskelentzündungen, starken Gelenksschmerzen oder Entzündungen der Augen äußern kann.
Stadium 3
Im Stadium der chronischen Infektion hat die Krankheit bereits den ganzen Körper befallen und kann sich auch erst nach Jahren
bemerkbar machen, dann allerdings mit Symptomen wie Arthritis, Enzephalitis (Gehirnhautentzündung) oder einer blaurot werdenden
Haut, die dünn wie Papier ist.
Symptome wie Gelenkschmerzen, -schwellungen, Konzentrationsschwäche, Müdigkeit, Schwäche und Unwohlsein sind nicht ausschließlich
Symptome einer Blutvergiftung oder einer Tropenkrankheit sondern können viele Ursachen haben. Im Zweifelsfalle suchen Sie
einen Arzt auf und lassen Sie ihr Blut untersuchen. Nähere Infos zu Borreliose gibt es auf Netdoktor.at